Ein schönes Wochenende im Stubaital

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Ein schönes Wochenende im Stubaital

Am Mittwoch auf'd Nacht pack i's Klettersteigset in den Rucksack und dann bin i weg ins Stubaital nach Neustift,Tirol weil dort auf'm Berg ob'n ham's Krampn die sin ideal...
und i wui....

soweit die Hymne der Klettersteiggeher, aber nun zu den unausweichlichen Fakten: Am Himmelfahrtswochenende hat sich unsere 7er Gruppe auf den Weg gemacht. Die Teilnehmer waren mehrheitlich weiblich, was durchaus für den Mut und das Selbstvertrauen von Bernhard und Michael spricht. So waren auch die Ferraristinnen Heidi, Karin, Carolin, Petra und Birgit hoch motiviert, dem Wochenende das Beste abzuringen. Unsicherheitsfaktor war wie so oft das aktuelle Wetter - aber auch die Schneereste auf über 2000 m. Am Donnerstag bereiteten wir uns bei gutem Essen moralisch auf den ersten Bergtag vor. Der Freitag startete mit Regen, aber die positiven Tendenzen setzten sich durch und so sind wir bei normaler Bewölkung in den Fernauer Klettersteig am Egesengrat eingestiegen. Dieser Steig ist sehr vertikal angelegt und bietet eine schöne Aussicht ins Tal. Man kann wunderbar im Fels 4-Punkt-Halt suchen und er war deshalb ideal zum Start in unser Wochenende. Als wir durch den Steig durch waren regnete es dann leider doch und diejenigen, die sich bisher erfolgreich vor dem Eiskurs gedrückt hatten, erhielten einen Schnellkurs zum Thema Abstieg im Firn. Der zweite Abend verlief entsprechend ganz anders als der Erste: Wir ließen den Tag Revue passieren und dann kam das Erstaunliche: angespornt von unserem "Küken" Carolin, die 20 gerade überschritten, übten wir neben Bier, Saft und Wein die wichtigsten Knoten, prophylaktisch für den nächsten Tag vor allem den Prusikknoten.

Am Samstag stand dann die Ochsenwand auf dem Plan. Dieser Klettersteig wird wie folgt beschrieben: 850 m ab Einstieg, 4 Stunden für Aufstieg über Südgrat, Abstieg über Nordgrat-Klettersteig auf die Alpenklubscharte 1 1/2 Stunden. Bewertung: schwierig. Nach der Fahrt mit der Stubaital-Seilbahn ging es erst mal ca. 1 1/2 Stunden bergauf. Der Einstieg ist durch zwei knackige D-Stellen gekennzeichnet, die zwar Respekt einflößen, sich aber besser ertragen lassen, wenn man weiß, dass der weitere Verlauf tendenziell leichter ist. Der Steig lässt in der Vertikalen bemerkenswerte Aussichten zu und ist auch wegen seiner Länge und Vielseitigkeit als schwierig einzustufen. Neben den üblichen Klettersteiganforderungen ist außerdem alpines Klettern bis Schwierigkeitsgrad 3 gefordert. Als besonders knifflig stellte sich der Abstieg dar, den wir bei Querungen im ungesicherten Bereich und teilweise am Fixseil in einer Schneerinne hinter uns bringen mussten. Stellenweise forderte uns die Tour bis nahe an die Leistungsgrenze.

So kamen wir nach einem 12-Stunden Tag spät zum Abendessen und sind sprichwörtlich ins Bett gefallen. Am Sonntag mussten wir wegen Regen allen weiteren Ambitionen entsagen und fuhren nach dem Frühstück nach Hause.

Fazit: Viel erlebt, Neues gelernt, Klettersteige betrachten wir künftig vielschichtiger. Die "Ochsentour" war für den Bergführer sicher ebenso eine Herausforderung wie für die Teilnehmer. Deshalb vielen Dank an Bernhard für die Organisation, die tolle Unterkunft und die lehrreichen Touren.

Bis zum nächsten Mal Birgit + Carolin